Rückblick und Pressemeldungen nach Beendigung des Rennens.
Sensation: Gerhard Gulewicz wird Dritter beim RAAM 2007
Atlantic City, 19. Juni 2007-06-20
Nach 9 Tagen 1 Stunde und 4 Minuten erreichte gestern der Bad Ischler Gerhard Gulewicz das Ziel des diesjährigen Race across America in Atlantic City. Nur knappe zwei Stunden trennten ihn vom Zweitplatzierten Wolfgang Fasching, den er in der letzten Rennacht beinahe noch überholen konnte. Nach einer beispiellosen Aufholjagd, lieferte er sich zunächst mit dem Schweizer Vorjahressieger Dani Wyss einen spannenden Zweikampf um den dritten Rang. Gulewicz war vor allem auf den Bergetappen wesentlich schneller und konnte sich deutlich absetzen. Innerhalb weniger Stunden, fuhr er einen Vorsprung von mehr als zwei Stunden heraus.
Das nächste Ziel hieß Fasching. Mit atemberaubendem Tempo holte er Minute um Minute auf, bis die beiden Österreicher nur mehr 20 Minuten trennten. Nur ein Reifendefekt des Begleitautos - ohne das der Rennfahrer in der Nacht nicht fahren darf – verhinderte, dass Gulewicz den zu diesem Zeitpunkt schon schwer angeschlagenen Wolfgang Fasching überholte.
Der Defekt kostete nicht nur Zeit, sondern unterbrauch auch den Rhythmus von Gerhard. Zu diesem Zeitpunkt wusste er, dass sein großes Idol Wolfgang Fasching ohne dieser Panne gegen ihn chancenlos gewesen wäre und der weiteren Aufholjagd gegen den Führenden Jure Robic nichts mehr im Weg gestanden wäre.
Nach diesem erfolgreichen dritten Platz kann (er hat die Rennzeit vom Vorjahr um 11 Stunden unterboten) kann es für Gerhard Gulewicz für nächstes Jahr nur mehr ein Ziel geben: Den Sieg beim RAAM 2008.
(Text & Fotos: Hubert Hager, zur freien Verfügung)
Race Across America 2007
Gerhard Gulewicz startet auch heuer wieder beim härtesten Radrennen der WeltBereits letztes Jahr hatte Gerhard Gulewicz erfolgreich am Race Across
America, dem härtesten und längsten Radrennen der Welt, teilgenommen. Gleich bei seiner ersten Teilnahme erreichte er trotz schwerer Krankheit (eitrige
Bronchitis) den ausgezeichneten 7 Platz. Der Start für dieses Rennen erfolgt
in Oceanside (Ca) und das Ziel ist in Atlantic City (NJ). Dabei müsse 4897
km mit mehr als 33.000 Höhenmeter zurückgelegt werden. Die Strecke führt
durch die Wüste mit über 40 Grad und über die Rocky Mountains mit Pässen von mehr als 3000 Hm. 14 Bundesstaaten werden durchquert und 4 Zeitzonen
überwunden. Geschlafen wird maximal 1 – 2 Stunden am Tag. Den Rest
verbringen die Teilnehmer auf dem Fahrrad. Mehr als 550 km täglich – 9 Tage
lang!
Gulewicz hat sich seit November auf dieses Rennen vorbereitet und befindet
sich in einer „Top Form". „Ich habe mich die letzten Monate ausschließlich
auf das Training für dieses Rennen konzentriert, alles andere hinten
angestellt und bin hoch motiviert!"
„Letztes Jahr lief es nicht ganz nach meinem Wunsch. Die schwere Krankheit
hat mich während des Rennens doch schwer ins Hintertreffen gebracht. Aber
ich bin ins Ziel gekommen und das war mir sehr wichtig!"
Um sich heuer besser zu aklimatisieren, trainiert Gulewicz bereits seit 18.
Mai in San Diego und Umgebung. Er absolviert täglich 3 bis 6 Stunden
abwechselnd in der Wüste mit über 40 Grad und in den kalifornischen Bergen.
Heuer will sich Gulewicz nicht mehr auf eine Platzierung festlegen. „Einzig
und alleine die Uhr ist mein Gegner. Ich habe mir eine Zielzeit für Atlantic
City vorgenommen, die zwischen neun und zehn Tagen sein sollte. Wenn ich
diese Zeit erreiche, ergibt sich eine gute Platzierung von selbst!".
Natürlich spielen auch äußere Faktoren eine Rolle. Das RAAM hat viele
Facetten zu bieten. Hitze in der Wüste, Kälte in den Rockys, aber noch mehr
zu schaffen macht den Fahrern der extreme Gegenwind in Kansas. „Tagelang
gegen den Wind, zu fahren, der eigentlich wie ein Sturm ist, zehrt schon an
den Kräften!", so Gulewicz.
Aber er hat sich vorgenommen auch diese Hindernisse zu meistern. Und was
Gulewicz noch mehr motiviert, ist das sehr starke Starterfeld aus der ganzen
Welt. Unter ihnen auch der Österreicher Wolfgang Fasching, der das RAAM
schon dreimal gewonnen hat und es heuer bei seinem letzten Rennen ein
viertes Mal gewinnen will. „Mich freut es natürlich umso mehr, dass ich mich
mit Wolfgang Fasching messen kann. Wobei ich im Rennen nicht gegen ihn
fahre, sondern nur gegen die Uhr!"
Am Sonntag den 10.06 um 9 Uhr Ortszeit erfolgt der Start mit der Aussage „the Race is on", und am 19.6 sollte bereits der erste Fahrer das Ziel erreicht haben.