Es wird gerne als längstes und härtestes Radrennen der Welt bezeichnet, das Race Across America. Aus eigener Erfahrung, immerhin bin ich 2009 schon das dritte mal bei diesem Extrem Radrennen als Journalist mit dabei, kann ich dieser zu beginn gemachten Aussage nur zustimmen.
Umso mehr genießen wir, mein Kameramann Alex Limberger und ich die Tage vor dem Start dieses 5000 Kilometer langen Rennens von Kalifornien an der Pazifikküste nach Annapolis an den Atlantikküste- Denn auch für die Begleitcrews der Extremsportler ist diese Tour durch die USA alles andere als ein Honiglecken,
Gemeinsam mit 9 weiteren Crewmitgliedern des Oberösterreichischen Teilnehmers Gerhard Gulewicz sind wir Am Donnerstag in Los Angeles gelandet.
Die 15 Stunden dauernde Anreise von München via London nach Los Angeles war diesmal, der Wirtschaftskrise sein dank, zwar wie immer lange aber nicht wirklich anstrengenden. In der Boeing 747 von British Airways waren so viele Plätze frei das jeder von uns gleich noch ein zweiten Sitz in beschlag nehmen konnte - was so mancher dann auch gleich dazu nütze um den Flug über den großen Teich nahezu komplett zu verschlafen.
In LA angekommen hieß es zunächst einmal die amerikanische Einreisekontrolle, die scheinbar von Jahr zu Jahr schärfer werden, über sich ergehen zu lassen.
Genügte vor 2 Jahren noch der Fingerprint des Daumens so werden nun bereits die Abdrücke aller Finger eingelesen.
Die Fragen nach dem Reisegrund, dem Aufenthaltsorten und so weiter konnte ich glücklicherweise alle zur vollsten Zufriedenheit des Zollbeamten beantworten. Einzig bei der Frage wieviel Geld ich mitführe, meine Antwort lautet 20 Dollar, zog er fragend die Augenbrauen hoch. Erst als ich durch Vorzeigen meiner Kreditkarte meine Liquidität beweisen konnte durfte ich mich wieder in Richtung Ausgang bewegen.
Rund drei Stunden später saßen wir dann alle gemeinsam in den zwei gemieteten Mini Vans und machten uns auf in Richtung Oceanside wo nun schon seit 5 Jahren der Start zum RAAM stattfindet.
Nach einer kurzen aber erholsamen Nacht begann dir Crew bereits am nächsten Morgen mit den Vorbereitungen auf das Rennen - zu tun gibt es ja genug. Da wäre zunächst einmal das Pacecar.
In stundenlanger Kleinarbeit wird hier einer der beiden Mini Vans in jenes Sicherheitsfahrzeug verwandelt das Gerhard Gulewicz entlang der 5000 Kilometer langen Strecke des RAAM nicht mehr von der Seite weicht.
Frei nach dem hier in Kalifornien geltenden Motto „Pimp my Car“ wurden Zusatzscheinwerfer, eine Musikbox in der Größe eines kleinen Kleiderschranks, Drehlichter, Fahrradhalter und noch vieles mehr am Mini Van angebracht.
So aufgemotzt macht der Mini Van bei der täglichen Auto Parade, der in Kalifornien trotz Krise immer noch vorherrschenden aufgemotzten Muscle Cars, nun auch den einen oder anderen Punkt.
Uns hat vor allem das Wetter überrascht, denn dem Hit von Albert Hammond „It never Rains in Southern California“ hat spätestens seit gestern keine Gültigkeit mehr. Es hat nämlich stundenlang ganz ordentlich geregnet. Laut Wettervorhersage war es das dann aber auch schon wieder mit den Niederschlägen zumindest für die paar Tage die wir noch in Oceanside sind - der Countdown zum Race Across America der läuft nämlich unaufhaltsam in Richtung Null.
Impressionen vom Training und den Tagen vor dem Start in Oceanside.







