900 Km wurden bei größter Hitze zurückgelegt

Der Magen spielte verrückt!

Mehr als 55 Stunden sind seit dem Start des Race Across America 2009 mittlerweile vergangen, und trotzdem haben die Teilnehmer erst 900 der etwas mehr als 3000 Tausend Meilen hinter sich gebracht.

900 Meilen die uns mittlerweile bis nach Colorado gebracht haben wo es in den nächsten 24 Stunden nicht weniger als drei Dreitausend Meter Hohe Pässe zu überwinden gilt. Pässe die dem Bad Ischler Gerhard Gulewicz mehr liegen sollten, als die in den ersten zweieinhalb Tagen andauernde Hitze. Diese Hitze, in den Wüstengebieten rund um das heute durchquerte Monument Valley gab es heute erneut weit über dreißig Grad, bedeutet für denn die Kälte gewohnten Bad Ischler eine Tortour, die seines gleichen sucht.

Vor allem da sich die Hitze beim Oberösterreicher wie schon des öfteren auf den Magen schlug. Erneut konnte der 42 jährige bei weitem nicht jene Kalorien zuführen die er während seiner rund 60 Stunden dauernden Fahrt durch den Westen verbrauchte. Nur geringe Mengen der Nahrung konnte er behalten, das meiste kam dagegen umgehend oben wieder heraus.

Der einzige Haushalt der noch stimmt war über lange Zeit der Flüssigkeitshaushalt, aber mit Flüssigkeiten alleine wird der Bad Ischler kaum die angepeilte Zielzeit von 8 Stunden und 16 Tagen erreichen, geschweige denn dieses Rennen als Dritter Österreicher gewinnen.

Trotz dieser Probleme ist der Ischler zur Zeit aber auf Rang 5 zu finden, bei der extremen Länge des Rennens ist das noch kein all zu großes Problem.

Gulewicz: „Ich kann leider nicht viel mehr tun als ständig Essen und trinken und darauf zu hoffen das mein Körper die Nahrung endlich einmal verarbeitet und in Energie umwandelt. Denn viel schneller als zu Beginn des Rennens kann ich mit diesem Defizit nicht fahren.“

Die schlechte Nahrungsaufnahme und die damit verbundene Langsamkeit ist zur Zeit auch das Problem der Begleitcrew, allerdings ist es das auch schon wieder gewesen mit den Problemen bei der Mannschaft. Es läuft also gut zur Zeit und wenn Gerhard langsam aber sicher auch noch seinen Turbo einschalten kann, dann wird es bei diesem RAAM 2009 erstmals auch so richtig ernst.

Dass Gerhard dieses Rennen noch lange nicht aufgegeben hat beweist übrigens auch jene kurze Gesprächsnotiz zwischen mir und Gerhard, von der Strecke.
Ich sitze im Begleitfahrzeug, Gerhard auf seinem Bike als er plötzlich meint:

„Du kennst doch die Platzierungen der Gegner, ich weiß zwar das ich zu Beginn des Rennens gesagt habe ich will in den ersten Tagen nicht informiert werden, aber wo der Christoph Strasser liegt, das zu wissen würde mich schon reizen."

Ich schwieg! Mein Lippen blieben geschlossen als er in leicht ärmlichen Ton meinte, die letzte Zeitstation die Jure Robic hinter sich gebracht hat wäre reizvoll.
Erneut blieb ich eine Antwort schuldig – diese hat er mittlerweile von Teamchef Werner Leschonowsky erhalten.

Gerhard Gulewicz liegt zur Zeit nur auf Platz 5, in Front der vierfache Sieger Jure Robic aus Slowenien vor dem Schweizer Dany Wyss, dem Steirer Christoph Strasser und dem Slowenen Marko Baloh. Während der Rückstand auf den Spitzenreiter bereits über 6 einhalb Stunden beträgt, sind Strasser und Baloh mit Vorsprüngen von rund 4 Stunden und 30 Minuten noch in Reichweite.

Gulewicz: „Im ersten Moment klingt es als ob der Vorsprung uneinholbar wäre, wenn man aber bedenkt das ich wegen meiner Probleme mit der Nahrungsaufnahme bewusst Tempo rausgenommen habe, ist er dann auch schon nicht mehr so groß. Ab sofort wird das Tempo nicht mehr gedrosselt sondern nach vorne hin Druck gemacht und dann schauen wir mal wie die Konkurrenz drauf reagiert.“