Die Highlights der ersten 1000 Meilen...

Die ersten 1000 Meilen sind geschafft - der Rest kann kommen

Das erste Drittel des Race Across America liegt für Gerhard Gulewicz und seine Crew seit heute Nachmittag hinter uns. 1000 Meilen oder 1600 Kilometer hat der Bad Ischler also seit dem Start am Mittwoch abgespult, 2000 Meilen oder 3200 Kilometer liegen aber immer noch vor uns.

Nach den Problemen zu beginn ist der 42 jährige Bad Ischler aber nun wieder guter Dinge was den Rennverlauf betrifft. Vor allem die deutlich kühleren Temperaturen in den Rocky Mountains New Mexikos haben heute ihren Teil dazu beigetragen das der Rückstand auf die Spitzenreiter heute nicht größer sondern sogar eher kleiner wurde. Ein Umstand der bei dem Mann aus dem Salzkammergut erstmals in diesem Rennen so etwas wie Zuversicht aufkommen ließ. Zuversicht die sich in so manchen Spässchen äußerte.

So hat er seine Pacecar-Mannschaft mitten in Nacht mit Liegestützen und einer Laufeinheit mit dem Rad überrascht. Diese Zuversicht zeigt sich aber auch in den gefahrenen Zeiten wieder – es war einfach sensationell wie schnell er heute die bis zu 3000 Meter Hohen Rocky Mountains hinter sich brachte. Gleich dreimal musste er die 3000 Meter Marke überwinden, Bei Wind, Regen und Temperaturen von nur 15 Grad nicht unbedingt angenehm.

Wie ernst es dem Bad Ischler übrigens mit der gestern angekündigten Aufholjagd ist zeigte er bei den Abfahrten von den Pässen. So mischte er sich ohne Furcht bei regennasser Fahrbahn in eine Gruppe von Harley Fahrern die ihn kurz vor der Passhöhe noch überholt hatten. Nach dem Ende der 10 Kilometer langen Abfahrt hatte Gulewicz dann alle 6 Harleys zurücküberholt und hinter sich gelassen.

Mit dem wiedererwachten Kampfgeist von Gerhard Gulewicz ist auch im Team, die Müdigkeit die sich nach rund 72 Stunden Race Across America langsam aber sicher bemerkbar macht, wieder verschwunden. Alle sind topmotiviert, der Schmäh läuft und auch die Zusammenarbeit funktioniert, wie schon seit dem Eintreffen in Amerika, wie geschmiert.

Wie geschmiert läuft es zur Zeit auch mit unserer Berichterstattung auch wenn es ab und an nicht so leicht ist alles auf die Reihe zu kriegen. So wurde mein Kameramann Alex Limberger gestern in einem McDonalds Restaurant gleich zweimal vor die Tür gesetzt. Das erstemal weil die Angestellten um 22 Uhr pünktlich schließen wollten. Da der drahtlose Internetanschluß aber ohnehin auch vor der Tür funktioniert räumte der Kirchdorfer zwar wiederwillig aber doch mit Laptop bewaffnet das Lokal um dort weiter Daten zu verschicken.

Es dauerte allerdings nicht lange bis die resolute Verkäuferin Alex auch von der Mülltonne vor der Eingangstür vertreiben wollte und das obwohl er ganze 3 Dollar für 2 Stunden Internetanschluß ausgab. Da er aber ohnehin schon mit dem Beitrag fertig war kam er ins Auto wo auch ich surfte. Aber auch dass gefiel der jungen Dame nicht. Ihre mehrmaligen versuche uns auch vom Parkplatz zu vertreiben blieben allerdings erfolglos und so gab sie dann später doch unverrichteter Dinge auf.

Auch ja, das Wichtigste hätte ich nun bald vergessen, in unserem fahrenden Hotelzimmer Marke Mini Van riecht es seit heute Mittag wieder angenehm frisch. Nach Tagen der Katzenwäsche, konnten wir heute erstmals eine Dusche genießen – was für ein Genuss kann ich nur sagen.

So, jetzt geht es aber weiter in den zweiten Streckenabschnitt und hier erwarten uns über 1000 Kilometer flaches Land mit Wind von allen Seiten – oder ganz einfach gesagt der mittlere Westen.

Gerhard Gulewicz liegt zur Zeit übrigens weiter auf Platz 5 und macht nun Jagd auf den Steirer Christoph Strasser der auf Platz 4 liegt und zwar mit etwas mehr als 2 Stunden Vorsprung – gestern waren es zur selben Zeit noch über 4 Stunden, was bedeutet Gerhard scheint endlich sein Race Tempo gefunden zu haben.