Die Jagd nach den Besten...

Brutale Hitze und ein noch nie dagewesener Siegeswille!

Warum das Race Across Amerika nicht zu unrecht als das härteste Rennen der Welt bezeichnet wird, das wissen die Race Neulinge unter uns spätestens seit den letzten Tagen. Denn die unerträglich schwüle Hitze in den Weiten des mittleren Westens, das Thermometer zeigte in den letzten Tagen immer 35 Grad an, treibt einem selbst bei der geringesten Bewegung den Schweiß aus den Poren. Wie muss es da erst einem Biker gehen der schon seit 5 Tagen nahezu ununterbrochen auf dem Rad sitzt?

Dabei darf man auch nicht vergessen das die Hitze nur eines von vielen Problemen ist mit denen die Radfahrer bei diesem Rennen Tag für Tag konfrontiert werden.

Das Race Across America ist und bleibt eine Tortur die seines gleich sucht und der sich wirklich nur die besten der besten Extrembiker stellen. Spätestens jetzt kann man auch die Worte des vierfachen Siegers Jure Robic verstehen der vor dem Rennen noch in einem ORF Interview auf meine Frage „Warum hat er dieses Rennen so liebt“ gemeint hat: „ Es ist nicht nur das härteste Radrennen der Welt, es ist sogar eine der härtesten sportlichen Herausforderungen überhaupt auf dieser Welt. Mit einer Zielankunft beim RAAM erfüllst du dir nicht nur einen Traum, mit einer Zielankunft bei diesem Rennen beweist Du dir und der Welt das man alles schaffen kann was man nur will.“

Apropos Jure Robic, der Slowene ist bei der diesjährigen Auflage zu seinem 5. Sieg unterwegs. Hartnäckig verfolgt wird der Berufssoldat der slowenischen Armee von einem weiteren ehemaligen Sieger, dem Schweizer Danni Wyss. Die beiden fahren Zeitstationen zur Zeit im 10 Minuten Abstand ab, und hetzten sich dabei gegenseitig ins Ziel.

Ein Umstand der vielleicht Gerhard Gulewicz zugute kommen könnte, denn der 42 jährige Bad Ischler lauert im Hintergrund. Nachdem er heute den zweiten Slowenen im Feld, Marko Baloh aus den Top drei verdrängte, ist er nun auf der Jagd nach den beiden Spitzenreitern. Da sein Rückstand aber bereits 7 Stunden beträgt muss der Oberösterreicher auch ein wenig auf das Glück des Tüchtigen hoffen. 2000 Kilometer gilt es übrigens noch zu absolvieren.

Der neue Zwischenstand lautet nun übrigens:

  1. Jure Robic (Slowenien)
  2. Daniel Wyss (Schweiz)
  3. Gerhard Gulewicz. (Österreich)
  4. Marko Baloh (Slowenien)

Heute war übrigens nicht nur für die Fahrer ein harter Arbeitstag, auch die Begleitmannschaften erlitten heute Qualen. Bei Temperaturen an die 35 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von rund 70 Prozent reichte schon die kleinste Bewegung für einen Schweißausbruch. Zum Glück entschied sich Gerhard Gulewicz in einer Gegend eine Schlafpause einzulegen in der es einen kleinen Fluss gab.Als der Ischler seinen 60 Minuten schlief, hatten wir nichts anderes zu tun als in diesem Flüsschen ein erfrischendes Bad zu nehmen. Die kleinen Flusskrebse und die unzähligen Fische waren da natürlich ziemlich überrascht.

Der Rest der kurzen Pause wurde von vielen dann übrigens noch zu einem kurzen Powernap genutzt, schließlich kann man das immer größere werdende Schlafdefizit irgendwann einmal nicht mehr kompensieren. Aber wer das Rennen auf dem Stockerl beenden will, egal ob Radrennfahrer oder Crewmitglied, der muss bei diesem Rennen eben auch an seine Grenzen gehen.