Die letzte Nacht bricht an...

Die Hölle auf Erden!

Die letzten 24 Stunden beim Race Across America!

Es gibt Tage da möchte man am liebsten alles hinschmeißen aufstehen und davonrennen. Genau so geht es zur Zeit auch dem Bad Ischler Gerhard Gulewicz beim Race Across America dem härtesten und längsten Radrennens der Welt und das obwohl es nur mehr wenige Stunden dauert.

Da etwas hin zu schmeißen aber nicht dem Naturell des 42 jährigen Oberösterreichers entspricht und das Aufstehen sowie das davon Laufen die derzeitige körperliche Verfassung des Extremsportlers ohnehin nicht mehr zulässt, sitzt er auch nach 7 Tagen und 12 Stunden immer noch auf seiner KTM-Rennmaschine.

Jeder zurückgelegte Meter bringt ihn zwar näher zum Zielort Annapolis, jeder zurückgelegte Meter verlangt vom Bad Ischler aber auch körperliche und geistige Anstrengungen die ihm von Sekunde zu Sekunde schwerer fällt.

Während man seinen Körper auf die Strapazen des RAAM durch langes und gezieltes Training vorbereiten kann ist die geistige Komponente eine die bei solchen Rennen immer wieder für Überraschungen sorgt. So auch bei dem Oberösterreicher - der trotz genauester Zeitplanungen, je länger das Rennen dauerte, immer wieder alle monatelang aufgestellten Planungen über den Haufen warf und so seine ursprüngliche Zielzeit von 8 Tagen und 16 Stunden nicht mehr erreichen wird können.

Während viele seiner Konkurrenten das geistige Abschalten während des Rennens perfekt beherrschen, läuft beim Bad Ischler der Rechner im Hinterkopf immer mit – Kein Problem könnte man nun sagen aber wenn man weiß das geistige Leistungen genauso viel Energie verbrauchen wie körperliche dann sieht man hier ganz klar Verbesserungspotenzial.

Was wäre wenn, zählt eben nicht, genaue Rennanalysen werden in den nächsten Wochen aber sicher Klarheit schaffen.

Die angepeilten 8 Tage und 16 Stunden werden aller Voraussicht nach also knapp verpasst werden. Für Gerhard Gulewicz und sein Team ist das aber kein Beinbruch schließlich liegt man auf einem sicheren dritten Platz. Nach 2007 darf Gerhard Gulewicz also aller Voraussicht nach erneut auf das Siegerpodest klettern. Nach Wolfgang Fasching der dieses Kunststück nicht weniger als 8 mal schaffte wäre Gulewicz erst der 2 Österreicher der es schafft beim RAAM mehrmals auf dem Podest zu stehen.

Damit das mit dem Podest auch klappt muss jetzt in den letzten Stunden natürlich nicht nur Gerhard Gulewicz funktionieren sondern auch die Crew muss weiterhin ihr Bestes leisten. Schließlich wäre Gerhard Gulewicz nach über 8 Tagen Nonstop Fahrt durch die USA ohne Crew hilflos wie ein Säugling.

Aber wie heißt es so schön: „Wir werden das Kind schon schaukeln.“