Der zweite Tag des Race Across America 2010 hatte es heute wirklich in sich, den es wurde alles geboten was dieses Rennen so einzigartig macht.
Da wäre zum einen der Sonnenstaat Arizona der heute im wahrsten Sinne des Wortes keine Gnade mit den Bikern hatte. Es brannte die Sonne unaufhörlich auf die Teilnehmer und die Begleitmannschaften herab.
Temperaturen an die 40 Grad machten das Radfahren heute zu keiner angenehmen Angelegenheit, aber auch das Autofahren war heute für Alex Limberger, Michael Schindlinger und mich nicht wirklich angenehm. Bei Temperaturen im Auto von 30 Grad aufwärts fließt der Schweiß schon mal in Strömen.
Am meisten gelitten hat aber ganz ohne Zweifel Kameramann Alex Limberger. Er erlitt bei der Fahrt durch die Wüste einen Sonnenstich und musst heute mit Fieber das „Bett“ in unserem fahrenden Hotelzimmer hüten. Bleibt zu hoffen das er morgen wieder auf dem Damm ist, denn mit dem Monument Valley wartet einer der landschaftlich schönsten Teile des Rennen auf uns und das will natürlich auch bildlich festgehalten werden.
Gelitten hat übrigens auch der zweite Kameramann Michael Schindlinger. Er ist nämlich seit wenigen Stunden nur mehr Besitzer einer Sandale. Die zweite ist spurlos aus unserem Auto verschwunden - wahrscheinlich liegt sie irgendwo zwischen den Städten Prescott und Flagstaff in Mitten von Arizona am Straßenrand.
Gerhard Gulewicz ist heute übrigens ausgezeichnet mit den heißen Bedingungen zurecht gekommen. Nicht desto trotz hat der 43 jährige Bad Ischler heute Boden auf den vierfachen RAAM Sieger Jure Robic aus Slowenien verloren. Vor allem auf den Anstiegen in äußerst bergigen Norden Arizonas, Wir haben heute gleich mehrmals die 2000 Meter Marke überwunden. Nach etwas mehr als 30 Stunden Fahrzeit hat der Slowene Jure Robic rund 1 Stunde und 45 Minuten Vorsprung auf Gerhard Gulewicz.
Verloren ist bei diesem Rennen aber noch gar nichts, haben wir doch erst ein sechstel der 5000 Kilometer langen Strecke hinter uns gebracht.
Wir fahren jetzt übrigens gerade in die zweite Nacht hinein. Eine Nacht in der sich Gerhard Gulewicz zum ersten Mal während dieses Rennens ein wenig Schlaf gönnen wird. Mehr als zwei Stunden werden es aber ganz bestimmt nicht werden.
Wir im Medienauto haben es da ein wenig leichter, mehr als vier Stunden Schlaf wird es aber auch für uns nicht geben.
