Getreide und Maisfelder, Rinderfarmen mit weit über 10 Tausend Tieren, Strassen die mit dem Lineal in die baumlosen Weiten gezeichnet und dann auch gebaut wurden, sowie alle 20 bis 30 Kilometer eine trostlose Ortschaft deren Ortskern aus einer Ansammlung riesiger Getreidesilos besteht - das ist Kansas.
Dieser US-Bundesstaat im mittleren Westen der USA gelegen ist aktuell gerade jener Teil des RAAM 2010 in dem der Bad Ischler Gerhard Gulewicz zur Zeit seine Kilometer auf dem Weg ins Ziel in Annapolis abspult.
Kansas ist aber auch jener Staat der berüchtigt ist für seine Tornados. Gestern durften wir zumindest die Vorstufen dieses Wetterphänomens live miterleben. Als wir am späten Nachmittag die Rocky Mountains hinter uns ließen, machten wir noch ein kurzen Stopp in einem Fastfood Restaurant. Dort lief der Fernseher und was wir zu hören bekamen war nichts anderes als eine Tornadowarnung für unseren weiteren Streckenverlauf.
Bei der Weiterfahrt konnten wir zunächst allerdings nichts ungewöhnliches am Himmel entdecken. Nur wenige Minuten später aber änderte sich das Bild und wir hatten den Eindruck das die Welt untergeht. Es wurde stockdunkel, es begann von allen Seiten zu blitzen, aber so wie wir es noch nie zuvor erlebt haben und schlussendlich begann es dann auch noch zu hageln.
Zum Glück für Gerhard Gulewicz und die Begleitmannschaften lies sich aber keiner dieser gefürchteten Stürme blicken.
Aber auch heute 400 Kilometer weiter östlich ist die Gefahr dieser Stürme immer noch nicht gebannt. Bei der zweiten Schlafpause von Gerhard, die er am frühen Nachmittag abhielt, dauerte es keine 5 Minuten als ein örtlicher Sheriff auftauchte um uns vor der Tornadogefahr zu warnen.
Ein immer wiederkehrender Blick in den Himmel sei in diesen Stunden ratsam, meinte er, denn die Gefahr eines Wirbelsturmes ist noch lange nicht vorbei.
Was so ein Tornado anrichten kann habe ich im Jahr 2007 gesehen. Damals führte die Strecke, wie übrigens auch in diesem Jahr, durch die Kleinstadt Greensburg und zwar nur wenige Tage nachdem ein Tornado sie verwüstet hatte. Zu sehen bekamen wir eine im wahrsten Sinne des Wortes dem Boden gleichgemachte Stadt. Heute, zwei Jahre später ist Greensburg wieder aufgebaut und erstrahlt in neuem Glanz.
Abseits der Tornandowarnungen haben wir seit Freitag im Medienfahrzeug mit einem anderen Problem zu kämpfen. Es geht um die Fußball Weltmeisterschaft - ein Sportgroßereignis das in den vereinigten Staaten von America aber scheinbar nicht wirklich von großem Interesse ist.
Aktuelle Berichterstattung darüber ist so gut wie nicht vorhanden, zumindest im TV nicht und auch die Zeitungen finden es nicht wirklich Berichtenswert wenn die Amerikanischen Kicker den Engländern eine 1 zu 1 Remis abringen. Zum Glück gibt es ja das Internet, wo sich Michael Schindlinger und Ich die Infos zu den Spielen immer wieder mal raussuchen..
Apropos Medieninteresse - auch das RAAM kommt in den amerikanischen Medien nicht vor, die Leute an der Strecke zeigen sich aber dennoch aufgeschlossen und Interessiert, vor allem aber auch beeindruckt von der Leistung der Athleten.
Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf den Zwischenstand nach 4 Tagen. Es führt weiterhin der Slowene Jure Robin, 3,5 Stunden zurück ist Gerhard Gulewicz Zweiter.














