Wir sind zwar beim Race Across Amerika, dem härtesten Radrennen der Welt, aber dennoch sorgte heute am 6 Tag dieses 5000 Kilometer langen Rennens eine Unmenge Wasser und zwar von oben für Verwirrung, Verärgerung und auch für den einen oder anderen Freudenschrei.
Begonnen hat alles bereits früh am Morgen als nach heftigen Regenfällen ein Teil der RAAM Strecke in Missouri wegen Überflutung nicht mehr zu passieren war.
Als Spitzenreiter wurde selbstverständlich der Slowene Jure Robic als erster mit diesem Problem konfrontiert. Laut Anweisung der Rennleitung musste er unfreiwillig für zwei Stunden vom Rad bis die Rennleitung eine 10 Meilen lange Umleitung gefunden hatte. 2 Stunden die der 4 fache RAAM Sieger natürlich zur Regeneration nutzte, es waren aber auch zwei Stunden die der Slowene von der Rennleitung gutgeschrieben bekommen hat.
Gerhard Gulewicz hatte dieses Glück nicht er musste zwar auch vom Rad und bei der Rennleitung nachfragen, da die Umleitung aber schon bekannt war hielt sich Standzeit mit 45 Minuten in Grenzen. Wobei diese 45 Minuten Gerhard erst nach wiederholtem Nachfragen bei der Rennleitung gut geschrieben wurde. Abgesehen vom Zeitverlust, schmerzt vor allem der Umstand das Jure Robic von der Rennleitung, wenn man es genau betrachtet eine Schlafpause geschenkt bekommen hat.
Gerhard Gulewicz weiß von diesen Vorgängen übrigens nichts, denn so eine Mitteilung würde beim 43 jährigen Bad Ischler mental einen großen Schaden anrichten.
Genau das darf aber nicht passieren, denn nach 6 Tagen die er nahezu ununterbrochen, auf dem Rad saß, spielt nun nicht mehr die körperliche Leistungsfähigkeit die entscheidende Rolle sondern die Mentale. Wer kann seine durchaus immer noch vorhandenen Kräfte am besten mobilisieren, diese Frage wird in den nächsten beiden Tagen beantwortet werden und aller Voraussicht nach auch über den Sieg bei RAAM 2010 entscheiden.
Dass Gerhard Gulewicz im mentalen Bereich in den letzten Jahren extrem stark geworden konnten wir heute live miterleben. Als es kurz nach Mittag in Strömen zu regnen begann und sich die Strassen in Sekunden zu reißenden Bächen verwandelten und keiner von uns auch nur einen Fuß aus dem Auto setzte, spulte der Bad Ischler mit einem Lächeln im Gesicht Kilometer um Kilometer ab und meinte dabei nur: „ Nach 6 Tagen meine erste Dusche, ein herrliches Gefühl ist das….“
Nach den endlosen Weiten in Kansas steigt nun auch bei uns mit jedem Kilometer dem wir uns dem Ziel nähern wieder das Rennfieber. Alle im Team unterstützen den Bad Ischler beim Versuch Jure Robic noch einzuholen. Apropos Robic, wir vom Medienteam haben dem Slowenen, der rund 4 Stunden Vorsprung aufweist, heute an der Spitze einmal einen Besuch abgestattet.
Nachdem ich Ihn nun doch auch schon 4 Jahre kenne, kann ich nur sagen er sieht noch verdammt gut aus, aber und das ist das Positivste an diesem Duell um den Sieg, auch Gerhard Gulewicz zeigt immer noch keine Schwächen.
Es bleibt also spannend…

