Wo ist Jure Robic?

Diese Frage stellt der Bad Ischler Gerhard Gulewicz zur Zeit allen seinen 12 Teammitgliedern die in bei seiner Fahrt durch die Vereinigten Staaten von Amerika begleiten und die er während der Fahrt zu Gesicht bekommt.

Bis auf den Teamchef, Dr. Helmuth Ocenasek verziehen bei dieser Frage aber alle Teammitglieder nur das Gesicht und ziehen die Schultern hoch als ob sie die Antwort auf die Frage nicht wissen. Dabei wissen alle über den Vorsprung des Slowenen bescheid es gehört aber zur Taktik das nur der Teamchef den 43 jährigen über den aktuellen Zwischenstand informiert. Nur so kann bei einem Rückstand von rund 3 Stunden der Jagdinstinkt beim Extremsportler aus dem Salzkammergut aufrechterhalten werden.

Und dieser Jagdinstinkt ist bei Gerhard Gulewicz in den letzten Stunden erst so richtig erwacht. Er spürt seinen Gegner förmlich vor sich und setzt alles daran ihn in den letzten 38 Stunden dieses Rennens Jure Robic noch von der Spitze verdrängen zu können. Dabei geht der 43 jährige an seine absolute Leistungsfähigkeit heran und zwar sowohl körperlich als auch mental. Da kann es dann schon mal passieren das der Mann aus Bad Ischl am Ende einer auf der letzten Rille gefahrenen Etappe plötzlich in Tränen ausbricht wegen der zu ertragenden Schmerzen und Strapazen…..

Nur Minuten später sitzt er dann aber wieder auf dem Rad und fährt nach 4000 Kilometern Nonstopfahrt, Geschwindigkeiten die so mancher Hobbyfahrer nicht einmal in den ersten Minuten fahren kann.

Um seinen Traum vom ersten Sieg beim RAAM verwirklichen zu können muss Gulewicz dieses Tempo nun noch rund 1000 Kilometer lang durchstehen und dabei warten morgen mit den Etappen in den Appalachen der wohl härteste Tag des gesamten Rennens auf uns. Diese Appalachen kann man zwar mit den Rockys nicht vergleichen, auch die Alpen sind viel Höher, aber trotz der durchschnittlichen Höhen von rund 1200 Metern sind die Anstiege in diesem Gebiet mörderisch. Was noch dazu kommt ist die Hitze die nach Tagen des Regens seit heute wieder unser Begleiter ist.

Nach Tagen der Eintönigkeit wird das Rennen mit dem Angriff von Gulewicz natürlich auch wieder für uns Medienleute spannend. Damit wir diesen spannenden Zweikampf auch im Bild festhalten können werden wir noch weniger schlafen als zuletzt denn beim Kampf um den Sieg wollen wir schließlich nichts verpassen.